Zyklen und Cäsaren

Mosaiksteine einer Philosophie des Schicksals - Reden und Schriften Oswald Spenglers

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Oswald Spengler, der „Philosoph des Schicksals“, ist mißverstanden worden wie kaum ein Zweiter. Der erste Band seines Werkes Untergang des Abendlandes (1918), das ihn über Nacht berühmt machte, war noch in Erwartung des deutschen Sieges im Ersten Weltkrieg verfaßt worden, doch als das Buch auf den Markt kam, fanden sich die Deutschen plötzlich und unerwartet auf der Verliererseite. Desorientiert und von den siegreichen Ententemächten öffentlich gedemütigt, suchte man nach einem Grund für den „Untergang“ und las ihn aus Spenglers Werk heraus.

Als Vertreter der Zyklenlehre reiht sich Oswald Spengler in eine Phalanx großer Geister, gleichzeitig stellt er sich aber konträr zur etablierten Geschichtswissenschaft des 20. Jahrhunderts, der er seelenlose Faktenhuberei und Blindheit für die Schematik geschichtlicher Prozesse vorgeworfen und so unversöhnlich gegen sich aufgebracht hat. Es gehe vielmehr darum, den Sinn der Geschichte zu ergründen, fordert Spengler.

Aus der Ablehnung einer linearen, „fortschrittlichen“ Geschichtsvorstellung und der Annahme zyklischer Wirkprozesse folgt ein völlig neuer Ausblick auf die Geschichte und den Menschen in ihr. Spenglers Annahme, daß zu jedem Zyklus nach einem Aufstieg notwendigerweise nun einmal auch ein Niedergang gehöre und dieser zwangsläufig kommen müsse – auch für das Abendland! –, brachten ihm den Ruf ein, ein Pessimist und Untergangsprophet zu sein. Zu Unrecht!

Spengler wollte mit seinen Reden und Schriften politisch Einfluß nehmen und die Wahrnehmung seiner Leser und Zuhörer für die Zeichen der Zeit schärfen. Der Philosoph ist nicht als unkender Fatalist zu verstehen, sondern als mutmachender Schicksalsbejaher, der zum Kampf aufruft und seinen Appell an die Besten richtet!

Der Band Zyklen und Cäsaren versammelt die wichtigsten Reden und Schriften Oswald Spenglers, die großteils seit Jahrzehnten vergriffen waren und nun endlich wieder vorliegen. In einer umfangreichen und tiefschürfenden Einführung bringt Martin Falck das Kunststück fertig, Spenglers Denken in nuce gemeinverständlich darzulegen, ihn konstruktiv zu kritisieren und herauszustellen, warum Spengler aktueller denn je ist. Schließlich hat die Zeit dem Philosophen Recht gegeben und zahlreiche seiner Vorhersagen bestätigt, etwa zur politischen Einflußnahme seitens der Presse; zur Konzentrierung der Macht in Händen einzelner „Cäsaren“; zur Zerstörung der Kultur durch die Demokratie; zur staatlichen Machtübernahme durch das Finanzwesen; zur inneren Verödung durch die Immigration fremder Scharen…


ISBN-13: 978-3-941247-42-0
416 S., Pb. mit Fadenheftung.




Weiterleitung zu dem Buch
Zyklen und Cäsaren in den Verkaufsbereich.



Inhaltsverzeichnis:



Einführung
Zyklen und Cäsaren – Über Oswald Spengler und die Philosophie des Schicksals

von Martin Falck

1 · Der Unbequeme – 2 · Die Schicksalsphilosophie – 3 · Die kopernikanische Wende – 4 · Die Gestalten – 5 · Die Vollendung – 6 · Die Reaktion – 7 · Der Weckruf – 8 · Die Agitation – 9 · Der Beschwiegene – 10 · Der Voraussehende – Auswahlbibliographie


Reden und Schriften
von Oswald Spengler

    Zum Problem der modernen christlichen Kunst (1914)
    Krieg, Drama und Roman (1917)
    Preußentum und Sozialismus (1919)
    Pessimismus? (1921)
    Moderne Kriegführung (1922)
    Staatsdienst und Persönlichkeit (1924)
    Neue Regierungsformen (1924)
    Politische Pflichten der deutschen Jugend (1924)
    Neue Formen der Weltpolitik (1924)
    Aufgaben des Adels (1924)
    Zehn Jahre nach Kriegsausbruch (1924)
    Das Verhältnis von Wirtschaft und Steuerpolitik seit 1750 (1924)
    Nietzsche und sein Jahrhundert (1924)
    Das heutige Verhältnis zwischen Weltwirtschaft und Weltpolitik (1926)
    Vom deutschen Volkscharakter (1927)
    Einführung zu einem Aufsatz Richard Korherrs über den Geburtenrückgang (1927)
    Der Mensch und die Technik – Beitrag zu einer Philosophie des Lebens (1931)
    Der Streitwagen und seine Bedeutung für den Gang der Weltgeschichte (1934)
    Ist Weltfriede möglich? (1936)


Editorische Notiz






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Der Geschichtsphilosoph Oswald Spengler (1880-1936), weltberühmt geworden durch sein zweibändiges Hauptwerk Der Untergang des Abendlands (1918/22), gilt als Klassiker der Zivilisationskritik. In der Weimarer Republik der Konservativen Revolution nahestehend, verweigerte sich Spengler im Dritten Reich der Staatsdoktrin, die seinem Denken widersprach, und wurde aus dem öffentlichen Diskurs ausgegrenzt. Ironischerweise setzte im Nachkriegsdeutschland jedoch keine Spengler-Renaissance ein, vielmehr wurde ihm sein Antiegalitarismus zum Vorwurf gemacht. Als Zyklentheoretiker steht Spengler in einer Reihe mit Persönlichkeiten wie Platon, Cicero, Tacitus, Varro, Francis Bacon, Giambattista Vico, Friedrich Schiller, Hegel, Görres, Ernst von Lasaulx u. v. a. — Im REGIN-VERLAG erscheinen die von Martin Falck meisterhaft eingeleiteten wichtigsten Aufsätze des Denkers in einem Band, Zyklen und Cäsaren, großteils seit Jahrzehnten zum ersten Male wieder zugänglich gemacht.




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