Angeklagt: der Mensch

Anthropozentrische versus biozentrische Weltsicht

Savitri,_Angeklagt,_Titelbild_150_dpi.jpg

In der Form des engagierten philosophischen Traktats und in einem Stil, der die Schulung an den großen Denkern der Antike verrät, rechnet Savitri Devi mit dem Menschen als solchem ab, der sich zum Maß aller Dinge macht.

Mit der Begründung des Nutzens für den Menschen werden heute die größten Greuel gegen seine Mitgeschöpfe — Tiere wie Pflanzen — gerechtfertigt. Der Mensch billigt dem Menschen eine Sonderstellung in der Schöpfung zu und beansprucht folglich auch eine Vorzugsbehandlung. Mit welchem Recht?

Mit dem scharfen Blick der Philosophin deckt Savitri Devi auf, wie sich der Mensch bequem in einer Welt eingerichtet hat, in der dem menschlichen Überleben — und mehr noch: dem Wunsch nach Wohlleben und Luxus — alles, aber auch wirklich alles untergeordnet wird. Nur so sind die Existenz von Schlachthäusern, die Praxis der Tierversuche und der Vivisektion, der skrupellosen Waldrodung usw. möglich. „Gut“ ist heutzutage, was dem Menschen nutzt. Diese Weltsicht ist eine rein menschenbezogene: eine anthropozentrische.

Die Verfasserin stellt dieser Sichtweise eine lebensbezogene gegenüber: die biozentrische. Das Leben ist heilig, und jedes Leben ist gut, gleichgültig ob von Mensch, Tier oder Pflanze. In dieser „neuen Ordnung“ kommt dem Menschen durchaus auch eine besondere Rolle zu, allerdings keine bequeme; vielmehr ist es seine Aufgabe, für den Rest der Schöpfung Verantwortung zu übernehmen und in Harmonie mit ihr zu leben. Wenn der Mensch diese wahrhaft titanische Aufgabe meistert, darf er sich mit Fug und Recht als „Krone der Schöpfung“ sehen; die solchermaßen begründete Vorrangstellung ist nichts geringeres als ein durch Pflichterfüllung erworbener Adel.

Savitri Devis furioser Langessay ist ein wortgewaltiges j’accuse an die Adresse des Menschen, der sich die Erde rücksichtslos untertan macht und ausbeutet, ist philosophische Abhandlung und radikale Streitschrift in einem, die an den Grundfesten des Selbstverständnisses des modernen Menschen rüttelt.


Kleiner_Sonnenhymnus_77-80_farb_klein.jpg

ISBN 978-3-941247-28-4
224 S., Engl. Broschur.




Weiterleitung zu dem Buch
Angeklagt: der Mensch
in den Verkaufsbereich.



Inhaltsverzeichnis:


  1. Anthropozentrismus und Religion
  2. Pessimistischer Pantheismus
  3. Bekenntnis der Freude
  4. Spontanes Handeln und philosophische Haltung
  5. Lichter in der Nacht
  6. Ernährung, Kleidung, Vergnügen und harte Arbeit
  7. Der Ritus des Tieropfers
  8. Wissensdurst und Heilung
  9. Die Rechte der Pflanzen
  10. Praktizierte Güte
  11. Überlegungen zu Rasse, Wirtschaft und Güte
    in der idealen Welt
  12. Hinweis des Übersetzers
  13. Register





Portrait_Savitri_Devi_sepia_Weltnetz.jpg
Savitri Devi (1905–1982) wurde als Maximine Portaz im französischen Lyon geboren. Schon in frühester Jugend verweigerte das Kind englisch-griechischer Eltern den Fleischverzehr und trat der anthropozentrischen Weltsicht mit großen Vorbehalten gegenüber. Nach dem Studium der Philosophie und der Chemie promovierte Maximine Portaz in Lyon zu einem philosophischen Thema. Es folgten ausgedehnte Reisen und Auslandsaufenthalte, u. a. in Griechenland und Palästina. In Indien fand die junge Frau ihre Wahlheimat; hier wurde ihr 1936 der Name „Savitri Devi“ verliehen: savitri, „Sonnenenergie“, ist der eigentliche Name, devi, „Göttin“, ist kein Nachname, sondern ein Ehrentitel). — Ihre vorliegende große Anthropozentrismus-Kritik Angeklagt: der Mensch verfaßte Savitri 1945/46, als sie nach dem Zweiten Weltkrieg wieder nach Europa zurückkehren konnte.






Hinweis:
Leser, die diesen Artikel angeklickt haben,
interessieren sich vielleicht auch für die folgenden Bücher:


Savitri,_Lotosteich,_Titelbild_klein.jpg

Savitri Devi:

Der Lotosteich
Eindrücke von Indien.

— 224 Seiten, Leinenbindung mit Schutzumschlag.
22,50 Euro



Lemcke,_Tierschutzgesetz,_Titelbild.jpg
Rosenkranz,_Shinto,_Titelbild.jpg

Besucherzähler (seit 30. Juli 2010):


Entwicklung