Wolfgang Bendel wurde schon im Kindesalter von einer tiefen Faszination für den südamerikanischen Subkontinent gepackt, die ihn nie wieder loslassen sollte. Nach seinem Studium verwirklichte er seinen Traum und suchte sich Arbeit in Lateinamerika, das er fortan — wann immer es ihm möglich war — in abenteuerlichen Reisen erkundete.
Aufgrund seiner guten spanischen und portugiesischen Sprachkenntnisse kam Bendel leicht mit den Einwohnern in Kontakt. Stets erforschte er Land und Leute abseits der ausgetretenen touristischen Pfade. Seine vorurteilslose Neugier und Freude an der Entdeckung ließen ihn das Innere des „phantastischen Kontinents“ erforschen, und das heißt auch: das Innere des Lateinamerikaners. Mit psychologischem Einfühlungsvermögen schildert der Autor die Bedeutung etwa des Machismus oder der katholischen Religion für die Latinogesellschaft, wirft Licht auf die Historie und das Geschichtsbild — und daraus resultierend auf das Selbstverständnis — der Bewohner des Subkontinents und zeigt ihr Ringen um eine Stellung, die ihrer würdig ist, in einer US-dominierten Welt.
Von Mexiko im Norden bis Argentinien im Süden hat Bendel Amerika gesehen, von Chile im Westen über Bolivien bis Brasilien im Osten kennt der Autor das Reich, in dem einst die Inkas eine grandiose Hochkultur schufen. Kleine Dörfer, organisch gewachsene Städte und am Reißbrett geplante Metropolen — hier erwachen sie zum Leben, werden Geschichte und Geschichten lebendig. Von kaufsüchtigen latinas bis zu asketischen Gelehrten für evolianische Studien, von korrupten Polizisten bis zu schmierigen „alternativen“ deutschen Aussteigern zeichnet Wolfgang Bendel ein faszinierendes Mosaik. Aus seiner ernsthaften Abneigung gegen „politisch korrekte“ Zeitgenossen macht der Autor ebensowenig ein Geheimnis, wie er in launiger und augenzwinkernder Weise über „die schreckliche portugiesische Sprache“ — Mark Twain läßt grüßen! — schimpft, die er so schätzt.
Dank seines Witzes und seiner erzählerischen Begabung vermag Wolfgang Bendel dem deutschen Leser nicht nur den fremden Kontinent der „Jaguarstaaten“ zu erschließen, sondern eine ganze neue Welt! Dieses Buch ist ein Glanzstück deutscher Reiseliteratur und Destillat von zwei Jahrzehnten Erkundung des lateinamerikanischen Kontinents und seiner metaphysischen Dimension.
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Vom gleichen Verfasser herausgegeben: Terra incognita – Das andere Amerika(Junges Forum 9).
VORANKÜNDIGUNG! Erscheint März 2011!
176 Seiten, engl. Broschur.Deutsche Erstveröffentlichung im REGIN-VERLAG! 17,95 EUR