Wer über den Anteil der Freimaurer an den neueren Revolutionen urteilen will, darf nicht nur auf den deutschen Sprachraum schauen. In Frankreich, und von dort ausstrahlend in die romanischen Länder, hat sich eine Ideologie der Republik und des radikalen Laizismus gebildet, die bis heute ihren organisatorischen Kern und ihre Kader in der Großloge des Grand Orient findet. Hier fanden die Revolutionäre oftmals ihre Rekrutierungsräume, ihre Vorbereitungsateliers und manchmal ihre legale Deckung. Jenseits der konterrevolutionären Pamphletistik und zugleich frei von der eingespielten Abwehr angeblicher „Verschwörungstheorien“, schildert das Buch die tatsächlichen, aus den Quellen dokumentierten Beziehungen zwischen den Revolutionären des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts und den Logen.
Über den Autor: Dr. Lorenz Jäger, geb. 1951, ist Schriftleiter im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er unterrichtete in Japan und in den Vereinigten Staaten, zuletzt als Gast der Stanford-Universität. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Bild- und Ideengeschichte der Moderne, so etwa Das Hakenkreuz — Zeichen im Weltbürgerkrieg: Eine Kulturgeschichte (2006).