Der „nationale Dissident“ Hans-Dietrich Sander gehört zu jenen charakterstarken deutschen Intellektuellen, die sich der Anpassung an die Masse verweigern und beharrlich in Leben und Denken ihren eigenen Weg beschreiten. In seiner Jugend Sozialist, wurde Sander bald zu einem Denker des Nationalen, der gegen die Teilung Deutschlands anschrieb und die „Mauer in den Köpfen“ wortgewaltig einzureißen suchte.
Als junger Mann arbeitete Sander in der DDR mit dem Kommunisten Bertolt Brecht zusammen, als Redakteur bei der Welt wirkte er unter dem konservativen Publizisten Hans Zehrer, als Doktorand promovierte er bei dem bekannten Preußenverehrer Hans-Joachim Schoeps, als Briefpartner erörterte er Fragen mit Carl Schmitt, als Buchautor verfaßte er so umstrittene Werke wie Der nationale Imperativ (1980) und das brisante Buch über das Judentum Die Auflösung aller Dinge (1988).
Besonders aber ist Sander als langjähriger Herausgeber der Staatsbriefe in der Erinnerung geblieben, jener hochkarätigen Zeitschrift, die eine Renaissance des Reichsgedankens in Deutschland anstrebte und in der nonkonforme Denker verschiedenster Couleur frei zu Wort kommen konnten… bis das Establishment sich zu dem Versuch genötigt sah, der Meinungsfreiheit einen Riegel vorzuschieben und an Sander ein „rechtsstaatliches“ Exempel zu statuieren!
In dem von Sebastian Maaß herausgegebenen Gesprächsband kommt Hans-Dietrich Sander unverfälscht zu Wort, gibt eine gut faßliche Einführung in sein „radikales und zugleich weltoffenes“ Denken und schildert sein abenteuerliches, polares Leben von der Hitlerjugend über die Flucht aus der DDR und die politischen Prozesse gegen ihn in der BRD bis zu seinen derzeitigen Projekten.